Forscher der University of California in Los Angeles (UCLA) haben einen Zusammenhang zwischen dem Pestizid Chlorpyrifos und einem stark erhöhten Parkinson-Risiko nachgewiesen. Die Studie erschien am 28. Juni 2026 im Fachjournal Molecular Neurodegeneration.

Das Team analysierte Daten von 829 Parkinson-Patienten und 824 gesunden Kontrollpersonen aus der laufenden „Parkinson's Environment and Genes"-Studie. Personen mit langfristigem Wohngebietskontakt zu Chlorpyrifos erkrankten mehr als 2,5-mal so häufig an Parkinson wie unbelastete Personen. Kalifornische Pestizid-Register ermöglichten die Abschätzung der Exposition über Jahre hinweg.

Zusätzliche Laborversuche an Mäusen bestätigten den Verdacht: Nach 11 Wochen Inhalation des Stoffes zeigten die Tiere Bewegungsstörungen und einen Verlust dopaminproduzierender Neuronen – genau jener Zellen, die auch beim Menschen bei Parkinson absterben. Zudem stauten sich toxische Alpha-Synuclein-Proteine im Gehirn an.

Die Forscher identifizierten als zugrundeliegenden Mechanismus eine Störung der Autophagie – des zellulären Recyclingsystems. Wurde dieser Prozess wiederhergestellt, ließen sich die Nervenzellen schützen.

Obwohl Chlorpyrifos im Jahr 2001 für den häuslichen Gebrauch verboten wurde und 2021 landwirtschaftliche Einschränkungen erhielt, ist der Stoff weltweit weiterhin im Einsatz. Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit, Umweltbelastungen als Parkinson-Risikofaktor ernst zu nehmen, und weist auf die Autophagie als möglichen therapeutischen Ansatz hin.